Dein Hund aus dem Ausland

Zeit & Geduld & Zeit & Geduld & Zeit & Geduld & Zeit & Geduld & Zeit & Geduld & Zeit 

​ 

 

Ein Auslandshund ist ein „Überraschungspäckchen“. 

In vielen Fällen kennt dein Hund bisher sehr wenig von einem Leben in einer Familie. Er mag sich an die Bedingungen im Shelter angepasst haben um zu überleben, und vielleicht war er ein Straßen-Überlebenskünstler, aber nun kommen neue Zeiten auf ihn zu. 

 

Es ist sehr schwierig, Vorhersagen zu treffen, wie sich ein Hund nach der Ankunft in seinem neuen Zuhause verhält. Ein Katzenfeind kann zum Katzenfreund werden und umgekehrt, Hunde, die als verträglich mit allen Artgenossen beschrieben werden, mögen plötzlich nur noch einzelne Hunde und ein Hund, der mit keinem Rüden im Zwinger ausgekommen ist, liebt nun alle Hunde, die ihm auf dem Spaziergang entgegen kommen. Ein als still und leise beschriebener Hund bellt in Deutschland plötzlich vermehrt. 

​ 

Auch der lange und anstrengende Transport stresst zusätzlich bei dem Start in das neue Leben. 

​ 

Einfacher ist eine Voraussage zu treffen, wenn der Hund schon auf einer Pflegestelle lebt. 

​ 

Wie auch immer, Mitleid mit dem Hund ist verkehrt am Platz. Wichtig ist, ihn zu beobachten: Was braucht dein Hund? Mal ist es Alleingelassen werden, mal Annäherung, aber immer sind Regeln, auf die er sich verlassen kann, ein wichtiger Schritt. 

Ein geregelter Tagesablauf, vor allem in der ersten Zeit, bringt sehr viel Sicherheit. 

​ 

 

Mögliche Verhaltensmuster direkt nach der Ankunft: 

 

Selbstbewusst:

Dein Hund fühlt sich sofort bei dir zu Hause. Die neue Welt macht ihm wenig Angst, er ist interessiert und offen. 

​ 

Anhänglich:

Alles ist dem Hund ein wenig unheimlich. Er braucht die Sicherheit, dass er dableiben darf. Meist sucht er sich ein Familienmitglied aus, mit dem er die neue Welt erkundet. Er folgt diesem auf Schritt und Tritt, bis er sich immer weiter einlebt. Wichtig ist hier eine gute Portion Für-ihn-dasein, ohne ständig auf ihn einzugehen. 

​ 

Zurückhaltend: 

Ein schüchterner Hund ist sehr zurückhaltend. Er ist überfordert mit der Flut von Neuem in seinem Leben. Dieser Hund braucht ganz besonders einen Platz, an dem er sich sicher fühlt und von dem aus er alles erst einmal beobachten kann. Gerne sucht er sich diesen selbst aus: ein Versteck unter dem Bett, hinter einem Schrank oder eine weich ausgelegte Box. Lass deinem Hund viel Freiraum und vermeide "Kontaktzwang" - auch intensiver Blickkontakt verunsichert. Nach und nach erobert er sich die neue Welt. 

 ​ 

Ängstlich: 

Der ängstliche Hund meidet erstmal den Kontakt zum Menschen und lässt sich  

kaum anfassen. Der Grund kann mangelnder menschlicher Kontakt über längere Zeit (Weggesperrt oder kaum/keine Sozialisation im Welpenalter) sein. Nur sehr langsam beginnt er, Vertrauen aufzubauen. 

Er fällt durch Verknüpfungen (ein Geräusch, Geruch) vorübergehend wieder in seine alten Verhaltensmuster zurück. Mit Geduld und Zeit hat er jedoch gute Chancen seine Ängstlichkeit zu überwinden und ein fast normales Hundeleben zu führen. 

​ 

Trauma: 

Dieser Hund Ist meist über längere Zeit massiv misshandelt worden und kann eine große Herausforderung für dich sein.
Eine pauschalisierte Zusammenfassung zu schreiben, wäre verantwortungslos, denn bei diesen Hunden muss ganz individuell hingeschaut werden. Die Vermittlung eines stark traumatisierten Hundes erfolgt nur in sehr erfahrene Hände und nach entsprechenden Vorgesprächen. 

​ 

Für alle Hunde gilt: Eine korrekte Sicherung mit Halsband und Geschirr ist Pflicht, denn es dauert auch beim zugänglichsten Hund Wochen, bis er sich auskennt und eine echte Bindung zu dir aufbaut. 

​ 

Hier mehr über die korrekte Sicherung