Allgemeiner Hinweis zum Zusammenleben von Hund und Kindern
Welpen, Junghunde, aber auch erwachsene Hunde brauchen Zeit, Geduld, liebevolle Führung und Menschen, die sie auf ihrem Weg verlässlich begleiten. Gerade junge Hunde befinden sich noch mitten in ihrer körperlichen und geistigen Entwicklung und sind noch keine „fertigen“ Hunde. Sie müssen in ihrem eigenen Tempo lernen, Erfahrungen sammeln und lernen, mit den unterschiedlichsten Situationen des Alltags umzugehen.
Gerade das Zusammenleben mit Kindern ist ein Lernprozess für beide Seiten. Kinder bewegen sich häufig anders als Erwachsene – sie laufen, hüpfen, gestikulieren, sind manchmal laut oder nähern sich einem Hund spontan und direkt. Solche für den Hund ungewohnten oder schwer einzuschätzenden Bewegungen können ihn verunsichern oder überfordern. Deshalb sollten Kinder ihrem Alter entsprechend angeleitet werden, sich einem Hund ruhig und angemessen zu nähern und seine Körpersprache zu beobachten. Sie sollten lernen zu erkennen, wann ein Hund Kontakt aufnehmen möchte und wann ihm eine Situation zu viel wird oder er Ruhe und Abstand braucht.
Ebenso wichtig ist es, dass ein Hund jederzeit die Möglichkeit hat, sich an einen geschützten und für ihn sicheren Ort zurückzuziehen. Dieser Rückzugsort sollte von Kindern respektiert werden und für den Hund tatsächlich eine ungestörte Ruhezone sein.
Hier sind vor allem die Erwachsenen gefragt: Sie sollten Kinder im Umgang mit dem Hund anleiten, ihnen einen respektvollen und achtsamen Umgang vermitteln und darauf achten, dass die Grenzen des Hundes ebenso ernst genommen werden wie die der Kinder. Kinder und Hund sollten dabei nicht einfach sich selbst überlassen werden. Beide Seiten brauchen Anleitung, Schutz und die Möglichkeit, einander in Ruhe kennenzulernen und Vertrauen aufzubauen.
Dabei kann es hilfreich sein, sich bei Bedarf Unterstützung durch eine gute Hundeschule oder fachkundige Trainer zu holen.
Zum Schluss noch ein wichtiger Hinweis zur Einschätzung der Hunde:
Bei der Einschätzung der Hunde durch unsere Tierschützer vor Ort wird in der Regel auch angegeben, wie sie sich gegenüber anderen Hunden, Katzen und Kindern verhalten. Diese Einschätzungen sind eine wertvolle Orientierung und werden im jeweiligen Profil entsprechend vermerkt.
Ist die Verträglichkeit mit Kindern dort mit „Ja“ angegeben, bedeutet dies jedoch nicht, dass der Hund jede Form des Umgangs mit Kindern automatisch gutheißen muss oder dass Kinder sich ihm gegenüber uneingeschränkt verhalten können. Auch ein als kinderfreundlich eingeschätzter Hund hat individuelle Grenzen und Bedürfnisse, die respektiert werden sollten.
Deshalb ist es wichtig, dass auch wir Menschen unseren Teil dazu beitragen und die oben beschriebenen Grundsätze im Umgang mit dem Hund beachten. Kinder sollten lernen, den Hund zu verstehen, seine Signale wahrzunehmen und seine Grenzen zu respektieren – und Erwachsene sollten sie dabei begleiten und anleiten.
Denn es wäre dem Hund gegenüber unfair, wenn von ihm erwartet wird, sich an alle Regeln des Zusammenlebens zu halten, während wir Menschen dieselben Regeln für uns oder unsere Kinder nicht berücksichtigen. Ein harmonisches Zusammenleben kann nur entstehen, wenn beide Seiten lernen, aufeinander Rücksicht zu nehmen und die jeweiligen Grenzen zu respektieren."
Hier noch 3 Punkte die auch in unserem SAB abgefragt werden
Ein Hund kann sich anders zeigen als beschrieben
Auch wenn unsere Hunde von den Tierschützern vor Ort nach bestem Wissen und Gewissen beschrieben werden, kann sich ein Hund nach seiner Ankunft in Deutschland anders verhalten. Die neue Umgebung, fremde Menschen, ungewohnte Geräusche und der gesamte Transport können großen Stress auslösen. Erst nach einer gewissen Eingewöhnungszeit die auch durchaus mehrere Monate dauern kann, zeigt sich häufig der tatsächliche Charakter des Hundes.
Unerkannte gesundheitliche oder seelische Probleme
Trotz tierärztlicher Untersuchungen können gesundheitliche Probleme, Verletzungen oder Erkrankungen nicht immer im Vorfeld erkannt werden. Auch körperliche oder seelische Belastungen aus der Vergangenheit können sich erst später zeigen.
Gerade bei Hunden aus dem Tierschutz ist es möglich, dass sie Erfahrungen gemacht haben, über die wir nichts wissen. Ängste, Unsicherheiten oder bestimmte Verhaltensweisen können deshalb erst im neuen Zuhause sichtbar werden.
Anfänglich höhere Tierarztkosten
In den ersten Wochen nach der Ankunft können zusätzliche Tierarztkosten entstehen. Der Umzugsstress, der Klimawechsel, die Futterumstellung oder die ungewohnte Situation können dazu führen, dass ein Hund zunächst gesundheitlich empfindlicher reagiert.
Bitte seid euch deshalb bewusst, dass neben der Schutzgebühr weitere Kosten entstehen können – insbesondere dann, wenn eine tierärztliche Behandlung notwendig wird.
Eine Adoption bedeutet Verantwortung – auch dann, wenn nicht alles von Anfang an so läuft, wie man es sich vorgestellt hat.